Paul steht 2025 auf Platz 8 der GfdS-Erstnamenliste für Jungen. Ist er damit selten geworden? Nein: Ein Platz beschreibt zunächst nur die Reihenfolge in einem bestimmten Jahr. Um die Entwicklung eines Namens zu verstehen, hilft es, mehrere vergleichbare Jahrgänge nebeneinanderzulegen.
Wie lange ein Name künftig beliebt bleibt, lässt sich daraus nicht verlässlich vorhersagen. Sie können aber sehen, ob er in den betrachteten Jahren vorn blieb, innerhalb der Liste aufstieg oder Plätze verlor. Die folgenden sechs Beispiele zeigen, wie Sie diese Unterschiede für Ihre eigene Auswahl lesen können.
Paul, Theo und Emma: dieselbe Liste, drei Jahre
Wir vergleichen ausschließlich die bundesweiten Erstnamenlisten der Gesellschaft für deutsche Sprache für 2023, 2024 und 2025, jeweils innerhalb der Mädchen- oder Jungenliste. Eine kleinere Zahl bedeutet einen höheren Rang. Es geht nicht um die Gesamtliste, die auch weitere Vornamen mitzählt.
| Name oder zusammengefasste Schreibweisen | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|
| Noah | 1 | 1 | 1 |
| Paul | 4 | 5 | 8 |
| Theo | Nicht in den Top 10 | 7 | 3 |
| Emma | 3 | 3 | 2 |
| Emilia | 2 | 2 | 3 |
| Klara/Clara | 9 | 9 | 8 |
Noah blieb in allen drei Jahren auf Platz 1. Paul stand auf Platz 4, dann 5 und schließlich 8. Das ist ein Rückgang im Rang innerhalb dieser Liste; Paul gehört 2025 trotzdem weiterhin zu den zehn häufigsten Erstnamen für Jungen.
Theo zeigt eine andere Bewegung: 2023 nicht in den angezeigten Top 10, 2024 auf Platz 7 und 2025 auf Platz 3. „Nicht in den Top 10“ bedeutet weder unbekannt noch neu erfunden. Aus dieser Tabelle erfahren Sie nur, dass der Name in jenem Jahr nicht unter den zehn aufgeführten Namen stand.
Die Auswahl im Diagramm ändert nur das gezeigte Beispiel. Sie erstellt keine Prognose. Namen mit einem Schrägstrich, etwa Klara/Clara, werden von der GfdS als zusammengefasste Schreibvarianten ausgewiesen. Die Einzelhäufigkeit von Clara können Sie aus diesem gemeinsamen Rang nicht ablesen.

Rang, Anteil und Anzahl beantworten verschiedene Fragen
Der Rang sagt, welcher Name vor oder hinter einem anderen liegt. Ein Anteil sagt, welcher Teil der erfassten Vergaben auf diesen Namen entfällt. Eine Anzahl nennt die Einträge selbst. Diese Angaben sind nicht austauschbar: Zwischen Platz 2 und Platz 3 kann ein kleiner Abstand liegen, zwischen anderen Plätzen ein größerer.
Ein unveränderter Rang beweist deshalb nicht, dass jedes Jahr gleich viele Kinder den Namen bekommen haben. Und ein niedrigerer Rang allein zeigt noch nicht, um wie viele Vergaben die Zahl gesunken ist. Wenn Ihnen genau diese Größenordnung wichtig ist, lesen Sie die verfügbaren Anteile oder Zahlen derselben Quelle mit.
So vergleichen Sie einen eigenen Favoriten
- Wählen Sie Land, Jahre und Namensposition: hier Deutschland, 2023–2025 und Erstnamen.
- Prüfen Sie, ob die Quelle Schreibweisen zusammenfasst. Vergleichen Sie dieselbe Einheit in jedem Jahr.
- Notieren Sie den Rang oder ausdrücklich „nicht in der gezeigten Liste“. Eine fehlende Zeile ist keine Null.
- Lesen Sie die Entwicklung als Beschreibung der Vergangenheit, nicht als Haltbarkeitsdatum für einen Namen.
Auf der GfdS-Seite sind ältere Listen unterschiedlich bezeichnet: 2017 und 2018 etwa als Gesamtliste, die Jahre ab 2019 als Erstnamenliste. Solche Reihen sollten nicht ungeprüft zu einer Zahl wie „27 Jahre beliebt“ verbunden werden. Für unsere kleine Gegenüberstellung bleiben wir deshalb bei drei eindeutig als Erstnamenlisten ausgewiesenen Jahrgängen.
Was das für Ihre Namenswahl bedeutet
Wenn Sie Paul mögen, kann es beruhigend sein, seinen Platz über mehrere Jahre zu kennen. Möchten Sie einen Namen, den Sie in Ihrem Umfeld selten hören, brauchen Sie zusätzlich einen Blick auf Ihre eigene Umgebung. Die bundesweite Liste sagt nicht voraus, wie viele Kinder in einer bestimmten Kita-Gruppe denselben Namen tragen werden.
Probieren Sie den Favoriten anschließend mit dem vorgesehenen Nachnamen aus. Ein Rang beantwortet die Frage nach der Verbreitung; er entscheidet nicht, welchen Namen Sie gern sagen und schreiben. Ob ein Name in zehn Jahren noch dieselbe Position hat, muss für diese persönliche Entscheidung nicht feststehen.
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Quellen und Auswahl
Die sechs Namen sind redaktionell gewählte Beispiele aus den GfdS-Erstnamenlisten 2023–2025. Die Auswahl ist keine vollständige Rangliste und kein Seltenheitstest. Die GfdS-Auswertung beruht auf den Meldungen teilnehmender Standesämter; sie ist keine amtliche Vollerhebung aller deutschen Geburten. Listen und Bezeichnungen wurden am 6. November 2026 geprüft.